Konzept des Kultusministeriums

Seitens des niedersächsischen Kultusministers wird die "Hochbegabungsförderung als Aufgabe der Schulen" beschrieben. Auf der Internetseite heißt es dazu, " Stellen Lehrkräfte bei der Ermittlung der Lernausgangslage eine besondere Leistungsfähigkeit fest, beraten sie die Beobachtungen und Ergebnisse altersangemessen mit den Betroffenen, deren Erziehungsberechtigten und im Kollegium und ziehen ggf. qualifizierte Beraterinnen und Berater hinzu.

Ein individueller Lern- und Entwicklungsplan sollte für diese Schülerinnen und Schüler möglichst unter ihrer Mitwirkung erarbeitet und vereinbart werden.

Die einzelne Schule erstellt im Rahmen ihres Förderkonzeptes, in dem Ziele, Inhalte und Organisation aller schulischen Fördermaßnahmen beschrieben sind, ein besonderes Förderangebot für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, das Formen der (Binnen-) Differenzierung, Zusatz- und Ergänzungsangebote sowie erweiterte Stundentafeln und differenzielle schulische Curricula hinsichtlich möglicher Schulzeitverkürzung ausweist. Die Maßnahmen orientieren sich auch an schulischen Bindungen und Kooperationen."*

Die Wirklichkeit weicht von dieser Vorstellung häufig ab.

Sichtbares Organisationsmerkmal der Hochbegabungsförderung in Niedersachsen ist die Gründung von Kooperationsverbünden: "Schulen schließen sich dabei regional und schullaufbahnbezogen zu Kooperationsverbünden zusammen. Dabei stellen Grundschulen und weiterführende Schulen durch gemeinsame Konzepte sicher, dass besondere Begabungen früh- und rechtzeitig erkannt, anerkannt und verstanden, individuell gefördert und umfassend integriert werden."*

Wer diese Fördermöglichkeiten für sein Kind nutzen möchte, ist gut beraten sich über die Schulen des Kooperationsverbunds in seiner Umgebung zu informieren und jeweils vor Ort sehr kritisch zu hinterfragen,

  • welche Fördermaßnahmen konkret bereits umgesetzt sind
  • auf welche Weise ein Kind sich zur Teilnahme an solchen Maßnahmen qualifiziert
  • welche Erfahrungen andere Eltern mit diesen Angeboten haben.

Innerhalb der Aktion Hochbegabtes Kind e.V. sind Erfahrungen mit einigen Kooperationsverbünden im Bremer Umland vorhanden.

 

Eine Liste der Kooperationsverbünde findet sich auf der Internetseite des Kultusministeriums, ebenso eine Broschüre für Eltern, Kitas und Schulen.

 

 

*) Zitate den angegebenen Internetseiten des MK NI entnommen am 21.2.12

 

Gesetzliche Regelung in Niedersachsen

Die Begabungsförderung an Niedersächsischen Schulen ist im niedersächsischen Schulgesetz geregelt:

§ 54
Recht auf Bildung

(1) 1Das Land ist verpflichtet, im Rahmen seiner Möglichkeiten das Schulwesen so zu fördern, dass alle in Niedersachsen wohnenden Schülerinnen und Schüler ihr Recht auf Bildung verwirklichen können. 2Das Schulwesen soll eine begabungsgerechte individuelle Förderung ermöglichen und eine gesicherte Unterrichtsversorgung bieten. 3Unterschiede in den Bildungschancen sind nach Möglichkeit durch besondere Förderung der benachteiligten Schülerinnen und Schüler auszugleichen. 4Auch hochbegabte Schülerinnen und Schüler sollen besonders gefördert werden.

[...]

(6) Unbeschadet ihrer verfassungsmäßigen Rechte sind die Erziehungsberechtigten verpflichtet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Schülerinnen und Schülern zu einem ihren Fähigkeiten und ihrer Entwicklung angemessenen Bildungsgang zu verhelfen.

(7) Jeder junge Mensch hat das Recht auf eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Bildung und Erziehung und wird aufgefordert, sich nach seinen Möglichkeiten zu bilden.